Monatszeitung für Selbstorganisation
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SELBSTBESTIMMT LEBEN - KOMMUNEN GRÜNDENLos Geht'sIn der Kommune in Waltershausen (Thüringen) findet Pfingsten ein mehrtägiges Treffen statt. Das Zusammenfinden von an dieser Art Lebens- und Arbeitsgemeinschaft interessierter Menschen soll ermöglicht und Neugründungen unterstützt werden. Redaktion Heidelberg - Seit teilweise mehreren Jahrzehnten versuchen in Deutschland etwa 30 Lebens- und Arbeitsgemeinschaften andere Wege zu gehen. Was sie verbindet ist der Wunsch nach einem gerechten, solidarischen Miteinander und einem gemeinschaftsorientierten Leben. Sie nennen sich Kommunen und versuchen ein herrschaftsfreies, sozial- und umweltverträgliches Wirtschaften zu verwirklichen. Sie wollen nicht mehr mitmachen in einer Gesellschaft, in der sich die vermeintlich starken mit ihren Verwertungsinteressen durchsetzen und damit Entrechtung, Umweltzerstörung und Krieg auslösen. "Es ist der Versuch, den Vereinzelungstendenzen in unserer Ellbogengesellschaft ein Modell entgegenzustellen, dass auf Gemeinsamkeit und Solidarität basiert. In Zeiten des Sozialabbaus und zunehmender Verarmung breiter Bevölkerungsschichten liegt in einer gemeinschaftlichen Lebensweise ein enormes gesamtgesellschaftliches Potential," meint Peter Dangelmeyer (48), der seit 15 Jahren in Kommunen lebt. Gemeinsamer Besitz an Grund und Boden, Gebäuden sowie Produktionsmitteln ist eine Basis dieses Entwurfs. Gemeinsame Finanzierung des Alltags eine andere. Entscheidungen werden im Konsens getroffen, das bedeutet, es müssen Lösungswege gesucht werden, die alle mittragen können. Um den Konsensfindungsprozess zu beschleunigen und zu vereinfachen, wird mit verschiedenen Gesprächsmethoden und Entscheidungswegen experimentiert. Konsens verhindert im Gegensatz zu mehrheitlicher Abstimmung die Entrechtung vermeintlicher Minderheiten. Er stärkt auch das Selbstbestimmungsrecht jedes Einzelnen. Die Entscheidungen werden quasi den Menschen angepasst, die sie betreffen. Die Kommune Waltershausen (KoWa), die Kommune Niederkaufungen bei Kassel und die Villa Locca in Kassel laden gemeinsam zu einem Treffen für ca. 300 Menschen ein. "Als neugegründetes Projekt, welches seinen Anfang auf dem ersten "Los Geht's" 1999 nahm, freuen wir uns besonders darauf, dieses Jahr die gastgebende Kommune zu sein", bemerkt Dodo Ender (34), Kommunardin bei KoWa. Das Los Geht's findet bereits zum vierten Mal statt. Es werden Menschen aus vielen Kommunen erwartet, die zusammen mit den InteressentInnen zu mehreren Aspekten des Gruppenlebens arbeiten werden. Die Probleme und Möglichkeiten des gemeinsamen Wirtschaftens werden genauso Thema sein, wie Konsensfindungsmethoden, rechtlich-technische Aspekte bei Kommunegründungen, Gruppenkommunikation, Konfliktklärung, gemeinsame Verantwortung für Kinder und vieles mehr. Ein kleines kulturelles Programm rundet die viertägige Veranstaltung ab. Das Treffen lebt vom Engagement und der Beteiligung der BesucherInnen, die VeranstalterInnen bieten den Rahmen zum Kennenlernen und zum Informationsaustausch rund um das Thema "Leben in Kommune". Los Geht's - Selbstbestimmt leben Info und Anmeldung: |
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