Monatszeitung für Selbstorganisation
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OLDENBURG: RECHT AUF STADTHaus »Friedensbruch« forever!Seit fünf Monaten existiert nun das (wieder-)besetzte Haus »Friedensbruch« am Oldenburger Theaterwall 24 a – wunderbar zentral gelegen zwischen Innenstadt und Staatstheater. Nachdem die erste Besetzung des denkmalgeschützten und seit Jahren leerstehenden Hauses am 11. April nach nur wenigen Tagen rüde durch die Polizei beendet wurde, scheint es diesmal wesentlich besser zu laufen. Redaktion Heidelberg # Die fleißigen lnstandbesetzerInnen planen auf jeden Fall schon die Zukunft ihres kulturellen, selbstverwalteten Wohnprojekts, welches sich zum Symbol gegen die unhaltbare Wohnraumsituation in Oldenburg entwickelt hat. Durch tägliches Werkeln und ein erstes größeres Bauwochenende ist das Gebäude schon jetzt bewohn- und nutzbar geworden. Die fast unglaubliche Sympathiewelle, die dem besetzten Haus in der Stadt entgegengebracht wird (und welcher sich selbst die »Nordwest Zeitung « nicht entziehen konnte), hat wohl auch die SpaßverderberInnen solcher Projekte nachhaltig beeindruckt. Die Stadtverwaltung äußert sich einfach gar nicht zu der Besetzung, sondern stellte lediglich fest, dass sie gegen Leerstand keine Handhabe sehe. Polizei-Chef Johann Kühme sieht »keine unmittelbare Gefahrenlage « drohen und verkündete ergänzend (juristisch bei einem Dauerdelikt wohl aber nicht ganz zutreffend), dass ein zurückgenommener Strafantrag nicht nochmals gestellt werden könne und ein weiteres Eingreifen der Polizei daher unwahrscheinlich sei. Viel deutlicher können Verwaltung und Polizei kaum deutlich machen, dass sie sich an dieser Thematik nicht die Finger verbrennen wollen. Und die Eigentümer, eine gewisse Familie Thomas? Sie zeigen nicht das geringste Interesse an dem Haus, nachdem ein schon gestellter Strafantrag wegen Hausfriedensbruch von ihnen überraschend wieder zurückgezogen wurde. Und unverhohlen ließen sie verlauten, dass in den nächsten Jahren weder Sanierungsmaßnahmen noch ein Verkauf geplant sei. Bisher also beste Aussichten für das Haus »Friedensbruch«. Und so kann mensch mal überraschenderweise mit dem Polizei-Chef Kühme völlig d’accord gehen, als jener sagte: »Wir würden es begrüßen, wenn eine dauerhafte Lösung erarbeitet würde«. Eine »dauerhafte Lösung« haben die BesetzerInnen und ihre SympathisantInnen in den letzten Wochen jedenfalls eindrucksvoll auf den Weg gebracht. Das Haus wurde von innen renoviert und eine Küche eingebaut. Die Frontfassade wurde verputzt und komplett neu gestrichen. Im Untergeschoss stehen mittlerweile ein Tresen und mehrere Sofas, Sessel und Bänke. Es gibt viele Menschen, die vorbeikommen, um den geschaffenen Freiraum mit ihren Ideen zu füllen oder Sachspenden vorbeibringen. Kontakt: hausfriedensbruch.wordpress.com |
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